Hölderlin-Kalender, 36. Woche

Aber der Meister pflügt die Mitte des Landes, die Furchen
   Ziehet der Neckarstrom, ziehet den Segen herab.
Und es kommen mit ihm Italiens Lüfte, die See schickt
   Ihre Wolken, sie schickt prächtige Sonnen mit ihm.
Darum wächset uns auch fast über das Haupt die gewaltge
   Fülle, denn hieher ward, hier in die Ebne das Gut
Reicher den Lieben gebracht, den Landesleuten, doch neidet
   Keiner an Bergen dort ihnen die Gärten, den Wein
Oder das üppige Gras und das Korn und die glühenden Bäume,
   Die am Wege gereiht über den Wanderern stehn.

aus der 4. Strophe von "Stutgard" (1800)
Vollständiger Text.
Erstdruck unter dem Titel "Die Herbstfeier" im
Musenalmanach für das Jahr 1807, Hrsg. von Seckendorf, Regensburg: Montag- und Weissische Buchhandlung,
S. 3, S. 4-5, S. 6-7, S. 8-9, S. 10-11, S. 12, auf www.textkritik.de

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