Hölderlin-Kalender, 29. Woche

Auch verbergen umsonst das Herz im Busen, umsonst nur
   Halten den Mut noch wir, Meister und Knaben, denn wer
Möcht' es hindern und wer möcht' uns die Freude verbieten?
   Göttliches Feuer auch treibet, bei Tag und bei Nacht,
Aufzubrechen. So komm! daß wir das Offene schauen,
   Daß ein Eigenes wir suchen, so weit es auch ist.
Fest bleibt Eins; es sei um Mittag oder es gehe
   Bis in die Mitternacht, immer bestehet ein Maß,
Allen gemein, doch jeglichem auch ist eignes beschieden,
   Dahin gehet und kommt jeder, wohin er es kann.

aus der 3. Strophe von "Brot und Wein" (1800/1801)
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